• Was genau ist Explosionsschutz?

    Explosionsschutzmaßnahmen sind alle Vorkehrungen, mit denen sich das Risiko von Entzündungen, die schädliche, zerstörerische und/oder kostenintensive Folgen haben können, vermindern lässt, UND mit denen sich die Folgen dieser Explosionen abschwächen lassen. Zu den Explosionsschutzmaßnahmen gehören:

    • Verhinderung von Explosionen – durch Vermeiden von Zündquellen und/oder durch Veränderungen der Prozesse.
    • Explosionsfeste Bauweise – dabei setzen wir auf eine druck- oder druckstoßfeste Konstruktion, um eine Explosion, das Entweichen von Flammen nach Außen und die Deformation/das Bersten von Apparaten nach einer Explosion zu vermeiden.
    • Explosionsentlastung – Maßnahmen zur Entlastung des Explosionsüberdrucks sowie Verminderung des Risikos von Schäden an Konstruktionen durch Druck und/oder unkontrolliertes Austreten von Flammen/Druckwellen.constructional pressure damages and/or uncontrolled flame/blast escape;
    • Explosionsunterdrückung – Erkennen und Unterdrücken einer Explosion, bevor ein schädlicher bzw. zerstörerischer Explosionsdruck innerhalb eines Apparates aufgebaut wird. Es bleibt ein reduzierter Explosionsdruck.
    • Explosionsentkopplung – minimiert das Risiko einer Ausbreitung der Flammen/Druckwelle auf andere verbundene Anlagenbereiche.
    • Moderne Inertisierung - im Rahmen unserer Konzeption verwenden wir eine inertisierende Konzentration eines gas- oder pulverförmigen Löschmittels, bevor die Flammen den geschützten Standort erreichen.
  • Muss ich mir wegen einer möglichen Folgeexplosion Sorgen machen?

    Extreme Auswirkungen einer Entzündung und resultierend daraus einer Folgeexplosion in einem Apparat können auftreten, wenn der vorgeschaltete Behälter nicht gegen Explosionen geschützt ist. Die Auswirkungen dieser Explosion, verbunden mit einer Flammenstrahlzündung in Anlagenteilen oder Betriebsgebäuden, kann dazu führen, dass sich abgelagerte Staubschichten in explosive Staubwolken verwandeln. Dabei kann es im Inneren des Fabrikgeländes oder von begrenzten Gebäuden zu Folgeexplosionen von weitaus größerem Ausmaß kommen. Dies birgt die Gefahr von katastrophalen Schäden und Konsequenzen. Sekundärexplosionen sind ein Begleitrisiko aller Prozesse, bei denen Staub aufgewirbelt wird und bei denen kein effektiver primärer Explosionsschutz vorhanden ist.

  • Muss ich mir wegen einer möglichen Detonation Sorgen machen?

    Eine Explosion kann sich dort in eine Detonation verwandeln, wo die Flammenfront auf der Schockwelle vorangetrieben wird, wenn bestimmte Bedingungen hinsichtlich der Vorkompression erfüllt sind. Diese resultieren meist aus der Beschleunigung von Flammen in ungeschützten langen Rohrleitungen. Eines der wesentlichen Ziele von IEP Technologies ist es, bei der Auslegung der Explosionsschutzsysteme das Risiko einer Detonation durch geeignete konstruktive Explosionsschutzmaßnahmen zu verhindern.

  • Woher weiß ich, ob mein Staubprodukt explosiv ist?

    Jede Art von brennbarem Staub kann explosive Staubwolken bilden, wenn die untere Explosionsgrenze (UEG) überschritten wird. Im Zweifelsfall sollte eine repräsentative Produktprobe für Labortests zur Verfügung gestellt werden, um festzustellen, ob das Produkt explosiv ist. Bei diesen Tests können die produktspezifischen Kenndaten wie maximaler Explosionsdruck, Explosionsdruckanstiegsgeschwindigkeit und die untere Explosionsgrenze bestimmt werden.

  • Kann ich mich beim Betreiben meiner Produktionsanlage darauf verlassen, dass der Reststaubgehalt immer unter der unteren Explosionsgrenze (UEG) liegt?

    Vorausgesetzt, es gibt einen ausreichenden Sicherheitsabstand zwischen der maximalen Staubkonzentration im Gesamtprozess und der UEG-Konzentration. Das Risiko, dass bei einer unbeabsichtigten Störung im Produktionsprozess die Bildung einer explosiven Staubwolke entstehen kann, muss minimiert werden. Die UEG-Konzentration ist vom Prozessmaterial abhängig (die Werte liegen normalerweise zwischen 10-100 g/m3) und liegt bei Vorliegen sehr kleiner Konzentrationen beliebiger flammbarer Gase noch tiefer. In der betrieblichen Praxis erweist sich diese Theorie und Vorgehensweise oft nicht als zuverlässiger primärer Explosionsschutz.

  • Kann ich mich beim Betreiben meiner Produktionsanlage darauf verlassen, dass es nicht zum Entzünden einer Explosion kommen kann?

    Zwar ist es, solide technische Praxis, zu versuchen, Zündungsquellen zu minimieren, doch ist es oft nicht möglich, alle Zündungsquellen im Normalbetrieb zu vermeiden. Der erste Schritt bei der Reduzierung der Wahrscheinlichkeit einer Entzündung besteht darin, die Mindestzündenergie (MZE) des Produktes bewerten zu lassen. Die MZE des Produkts ist ein Messwert, der angibt, inwieweit Zündungsquellen zum Beispiel durch Reibungsenergie, mechanische Funken, statische Entladung usw. ein Entzündungsrisiko für eine Explosion sind und ob andere Entzündungsrisiken wie Blitzschlag, Lichtbogenüberschlag, Schwelbrand, externe Brände usw. eine Explosion erzeugen zu können. Die MZE hängt vom Prozess ab und sinkt bei Vorhandensein kleinster Konzentrationen eines beliebigen flammbaren Gases/Dampfes auf einige Millijoule. Im Prüfzentrum von IEP Technologies CRC (Combusion Research Center) können Tests zur Ermittlung und Prüfung der MZE durchgeführt werden.

  • Muss ich eine Explosionsentkopplung installieren?

    Eine Explosion in verbundenen Apparaten kann sich durch verbundene Rohrleitungen ausbreiten. Diese Explosionsausbreitung verursacht aufgrund von Druckerhöhung, induzierten Turbulenzen und Flammenstrahlzündung eine stärkere Explosion in dem verbundenen Behälter als bei der Explosion im ersten Apparat. Diese Ausdehnungen der Explosion können die Effizienz des installierten Explosionsschutzes im angeschlossenen Behälter beeinträchtigen. Es sei denn, sie wurden als Teil der IEP-Behälterkonzeption für diesen berechnet. Explosionsentkopplung ist eine bewährte konstruktive Explosionsschutzanwendung, das Risiko dieser Flammenstrahlzündung zu verringern, und kann eine grundlegende Voraussetzung für das Erzielen einer hinreichenden Risikominimierung des gesamten Explosionsschutzsystems sein.

  • Wie entscheide ich mich zwischen Explosionsdruckentlastung, flammenloser Explosionsdruckentlastung und Explosionsunterdrückung zum Schutz eines Behälters?

    Es wird empfohlen, die Eigenschaften jeder einzelnen Lösung in Betracht zu ziehen. So sollten die Praktikabilität, Effizienz und der Vorteil durch das sich ergebende gesenkte Risiko bei der gewählten Option berücksichtigt werden;

    • Der zur sicheren Entlastung nötige Bereich (als Faustregel gilt hier: der entlastete Feuerball ist wahrscheinlich etwa achtmal größer als der entlastete Behälter).
    • Die Toxizität oder die verursachte Verunreinigung bei einer Entlastung.
    • Die Folgen eines nach einer Explosion auftretenden Brandes im Behälter und die im Zusammenhang mit einer Abschwächung nötigen Anforderungen.
    • Die nach einer unterdrückten Explosion für Sanierungsarbeiten nötige Zeit und die ggf. zusätzlichen Anforderungen bzgl. Brand- und Explosionsschutz aller verbundenen Teile und vor- bzw. nachgelagerter verbundener Gefäße spielen genauso eine Rolle wie betriebswirtschaftliche Faktoren wie z. B. Kosten, Lebensdauer.
  • Auswirkungen kann ein Produktwechsel im Prozess haben?

    Die Auslegung eines Explosionsschutzkonzeptes wurde für ein bestimmtes Produkt mit spezifischen Produktkenndaten bestimmt. Jede Änderung eines Produktes kann die Effizienz des installierten Explosionsschutzsystems beeinflussen. Dort, wo mit Prozessen zu rechnen ist, bei denen vielfältige Materialien zum Einsatz kommen, sollten die zündwilligsten und explosivsten Materialien bereits zum Zeitpunkt der Konzeption bestimmt werden. Selbstverständlich muss die Auslegung des Explosionsschutzsystems an die Höchstgrenze für dieses Material angepasst werden. Werden im Rahmen der betrieblichen Praxis weniger explosive Materialien verarbeitet, so spielen evtl. Maßnahmen zur Risikosenkung die Hauptrolle.

    In Fällen, in denen die Verarbeitung explosiverer Materialien oder von Materialien wie Hybridgas/-Staub geplant ist, die zu verschiedenen Klassen gehören, ist eine umfassende Prüfung des Explosionsschutzes, der dann evtl. erweitert werden sollte, notwendig.

  • Ist zusätzlicher Brandschutz ebenfalls nötig?

    Manchmal - dies hängt von der Brandlast und den Möglichkeiten beim Abschalten des geschützten Prozesses ab. Dort, wo nach einer Explosion ein durch Luftzufuhr kontinuierlich gespeister Brandherd wahrscheinlich ist (z. B. in einem entlasteten Schlauchfilter), ist die Einbindung eines Nachfolgebrandschutzes in die gesamte Explosionsschutzmaßnahme zu empfehlen. Eine wesentliche Absicht der Konzeptionen von IEP Technologies liegt normalerweise darin, die Explosionen abzuschwächen, den Prozess abzuschalten und nach der Explosion auftretende Brandherde zu kontrollieren, sodass sich die Risiken einer auf den Erstvorfall folgenden Wiederentzündung minimieren lassen.

    Wenn das Risiko von Bränden besteht, die nicht mit der Primärexplosion zusammenhängen, können weitere Schutzmaßnahmen unter Berücksichtigung der zuständigen Behörde und Feuerwehr installiert werden?

  • Wie oft ist eine Wartung des Explosionsschutzsystems erforderlich?

    IEP Technologies schlägt ein empfohlenes Wartungsintervall vor, das von den spezifischen Prozessen, ihrem Arbeitszyklus und der Betriebsumgebung abhängt, der das Schutzsystem ausgesetzt ist.

  • Welche Einsatzdauer hat das installierte Explosionsschutzsystem?

    Explosionsschutzsysteme müssen in Übereinstimmung mit den Empfehlungen von IEP Technologies überprüft und Instand gehalten werden. Diese Instandhaltung umfasst den planmäßigen Austausch aller Systembestandteile, deren Lebensdauer abgelaufen ist, und die Rezertifizierung/ Prüfung der Hardware wie z. B. der Druckbehälter auf Regelkonformität. Wird das System wie angegeben gewartet, so legt IEP Technologies normalerweise keine Lebensdauer dafür fest.

Haftungsausschluss:

Alle in den vorstehenden häufig gestellten Fragen abgegebenen Erklärungen basieren auf allgemeinen Annahmen von IEP Technologies. Sie sollen als Handlungsempfehlung dienen, hinsichtlich ihrer Relevanz oder Anwendbarkeit auf einen tatsächlichen Prozessbereich oder die IEP-Konfiguration darf man sich jedoch nicht ausschließlich auf sie verlassen und keine diesbzgl. Schlussfolgerungen ziehen oder Ergänzungen vornehmen. Vielmehr kann sich der Bereich, in dem sich Angebote und Systemversorgung von IEP Technologies bewegen, von den im Zuge der Vorbereitung dieser häufig gestellten Fragen getroffenen Annahmen wissentlich unterscheiden.

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